PA010888_titel
Verband Alpiner Vereine Österreichs.
Ausbildung

Was dürfen Wanderführer?

Welches Modul wofür?

Tätigkeitsbereich

Prinzipiell sind Wanderführerinnen und Wanderführer berechtigt, Wandergruppen auf Wegen und im weglosen Gelände zu leiten, wo keine technischen Hilfsmittel nötig sind und keine unmittelbare Absturzgefahr besteht. Dabei wird von einem normalen Verhalten der Teilnehmer ausgegangen. Winterwanderungen dürfen nur dort geführt werden, wo nach alpiner Lehrmeinung die Lawinengefahr ausgeschlossen ist.

Allgemein gilt: Die Wanderführertätigkeit solltest du nur mit einer nachweisbaren Befähigung ausüben! Welche Module du absolvieren musst, hängt von der angestrebten Tätigkeit (z. B. Sommer/Winter, entgeltlich/unentgeltlich) als auch vom Bundesland ab.

 

Berechtigungen in den österreichischen Bundesländern

Unentgeltliche (ehrenamtliche) Führungen:
Sie können in allen Bundesländern bereits nach dem Grundmodul durchgeführt werden, speziell im Rahmen von Vereinen.

Führungen gegen Entgelt:

Hier gibt es derzeit in vier Bundesländern Sonderregelungen: In Kärnten, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg dürfen Führungen gegen Entgelt nur von behördlich anerkannten Bergwanderführerinnen und -führern durchgeführt werden.

 

  • Kärnten: Hier kannst du nach der kompletten VAVÖ-Ausbildung Bergwanderführer werden. Um in Kärnten entgeltlich Wanderungen durchführen zu dürfen, brauchst du also (in dieser Reihenfolge):

- VAVÖ-Sommerausbildung (Grund- und Intensivmodul)

- VAVÖ-Winterausbildung (Winterwandermodul)

- Anschließend eine kostenpflichtige Zulassungsprüfung vor einer Prüfungskommission, die vom Land bestellt wird

- 3 Tage Zusatzmodul mit hochalpinem Schwerpunkt

  • Oberösterreich: Hier benötigst du für das erwerbsmäßige Wanderführen eine Bewilligung der jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde. Ausgenommen davon sind Führungen im Auftrag einer Gemeinde, eines Tourismusverbands oder einer Tourismusverbändegemeinschaft.
    Um diese Bewilligung zu erhalten, brauchst du (in dieser Reihenfolge):

- VAVÖ-Sommerausbildung (Grund- und Intensivmodul)

- VAVÖ-Winterausbildung (Winterwandermodul)

- Anschließend ein 2 ½-tägiges Prüfungsmodul im Rahmen der Schneeschuhführerausbildung beim OÖ. Bergführerverband

  • Vorarlberg, Tirol: Die VAVÖ-Wanderführerausbildung ist für entgeltliche Touren in diesen beiden Bundesländern noch nicht anerkannt. Entgeltliche Wanderführungen dürfen hier nur von konzessionierten Bergwanderführerinnen und Bergwanderführern durchgeführt werden.

 

  • Alle anderen Bundesländer: Hier ist die Ausübung der Wanderführertätigkeit (noch) nicht geregelt. Das heißt, Wanderführerinnen und Wanderführer müssen grundsätzlich keine entsprechende Ausbildung nachweisen. Trotzdem ist es notwendig, für die Tätigkeit entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten zu besitzen. Diese müssen im Fall des Falls nachgewiesen werden (z. B. bei Unfällen). Am einfachsten erfolgt dies durch eine Ausbildung mit Abschlussprüfung, wie sie der VAVÖ mit Grund-, Intensiv- und Wintermodul stufenweise anbietet. Wir empfehlen daher dringend, niemals ohne Ausbildung Wandergruppe zu führen!

 

 

Berechtigungen im Ausland

Die VAVÖ-Wanderführerausbildung ist zum Führen von Wandergruppen innerhalb Österreichs gedacht.

Achtung: Für das Führen von Wandergruppen außerhalb Österreichs gelten z. T. abweichende Regelungen! Solltest du daher Wanderführungen außerhalb Österreichs planen: Bitte kläre vor Kursanmeldung die Anwendbarkeit der VAVÖ-Wanderführerausbildung für das jeweilige Gebiet ab!